Bären in den Nationalparks der USA (Nordosten der USA)

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6 Antworten

Die Chancen stehen gut:) Allerdings: Bären sind in der Regel scheu und verkrümeln sich...

Unangenehm können aber Bären (schwarz oder braun) werden, die den Menschen mit Futterlieferanten in Verbindung bringen oder natürlich ihren Nachwuchs verteidigen wollen.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, nicht geräuschlos durchs Unterholz zu pirschen und keinen duftenden Lachs auf dem Rücken mit sich zu schleppen.

Die meisten Bären hatte ich im Strassenbereich mal vom Fahrrad aus gesehen, während mir überholende Autofahrer später vorjammerten, nicht eines der Tierchen getroffen zu haben.

Sobald sie das Autogeräusch hörten, begaben sie sich eben hinter den Busch und waren "unsichtbar". Selbst wenn sie da sind, muss man sie also sowohl innerhalb wie außerhalb des Parks nicht sehen. Insofern: Augen auf in Richtung Straßenrand, vor allem wenn dort Brombeeren etc. wachsen. Beim Heidelbeeren/ Brombeeren pflücken hatte ich öfter bärige Konkurrenz.

Davonrennen hilft bei persönlichen Begegnungen übrigens nichts. Das weckt ggf. nur ihren Jagdtrieb und sie sind schneller. Also stehen bleiben, ganz langsamer Rückzug, sich größer machen (Hände hoch) und vernünftig laut mit dem Tier reden. Sie hören gut, sind aber stark kurzsichtig. Der fremde Ton eines großen Wesens veranlasst sie zum Abgang. Es sei denn, sie wollen spielen;)

Letztes Jahr schwamm übrigens im Yukon ein netter, aber etwas brummiger, Grizzlybär neben mir her. Er im Wasser, ich im Kanu. Er brummte, ging an Land, schüttelte sich und zeigte mir das Hinterteil. Das ist die normale Bärenreaktion.

Übrigens: "Gefährlicher" sind Elche. Vor deren Hufe haben auch Bären Respekt. Diese Urviecher sind auch eher gut gelaunt drauf aus, mal ein Kämpfchen zu wagen. Im Gegensatz zum Bären empfiehlt sich bei denen, zumal bei Bullen in der Brunft, also raschester Rückzug. Hinter Feiglingen, die sich dem Kampf nicht stellen, rennt kein Elch her, der auf sich hält.

Viel Spaß bei den Bären;)

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Kommentar von tauss
20.01.2014, 20:57

Vielen Dank fürs Sternchen. Ich ernenne mich jetzt eben kurzerhand zum Bärenexperten;)

Aber seit meiner ersten Tour 1984 habe ich tatsächlich auch in freier Wildbahn so viele gesehen und getroffen, dass ich sie einzeln nicht in Erinnerung habe.

Spannender sind übrigens Wölfe. Die sind richtig scheu und kaum zu fotografieren. Ist mir nur einmal richtig gut gelungen. Allerdings weiß ich jetzt nicht, wie es ggf. mit Wölfen im Nordosten aussieht. Jedenfalls viel Spass.

PS: Der letzte Tourist im Denali-Park, der einem Grizzly zum Opfer fiel, kam dem beim Knipsen einfach immer näher und irgendwann zu nahe. Also dennoch aufpassen... ;)

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Ich habe 2009 mal für 2 Monate die Nationalsparks dort bereist. Wir hatten auch Bärenbegegnungen.

Alle Bären, die wir gesehen haben waren aber friedlich und hatten mehr Angst vor uns als wir vor Ihnen. Meistens sind die angekommen, wenn wir auf den Camp grounds angefangen haben zu kochen. Essen auspacken sollte man aber unbedingt vermeiden, wenn nicht ein Ranger in der Nähe ist, der die Bären vertreiben kann, falls bei einem doch mal der Hunger überwiegt. Auch stark riechende Dinge, wie Zahnpasta, Deo o. ä. sollte man Luftdicht verpacken, wenn man die Wälder durchstreift. Diedafür gedachten, sogenannten Bearboxes kann man sich in den Nationalparks leihen.

Bei fast jeder Autofahrt sind uns Bären begegnet. Man muss die Augen einfach mal rechts und links durch den Wald schweifen lassen:) Viel Glück dabei.

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In den Nationalparks in Maine oder auch New Hampshire gibt es richtig viele Bären, vor allem Schwarzbären - sagen die Parkverwaltungen.

Du kannst während einer Autofahrt möglicherweise auch welche sehen, sie 'treffen' wohl eher nicht, es sei denn, Du rast durch die NPs, also besser auf 'Wildwechsel' achten, genau wie hier in ausgedehnten Waldgebieten. Aber sie zu sehen, ist weder für Dich noch für das Tier gefährlich. Das könnte es nur werden beim Aussteigen - aber wie prestofatto schon sagte, dem Bären möglichst keine dummen Fragen stellen (und sich auch an die anderen sinnvolleren Ratschläge der Parkverwaltungen halten) - dann kann man evtl. Bären beobachten, ohne daß man zwingend angegriffen wird. Sicher ist das jedoch nicht - daß man welche zum Beobachten zu sehen bekommt...

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Kommentar von tauss
17.01.2014, 07:01

Dumme Fragen wären übrigens nicht mal der schlechteste Tip. Es ist ganz gut, wenn sie einen hören (siehe meine Antwort) :)

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Nach Aussagen der Parkverwaltungen ist mit Bärenbegegnungen eigentlich immer zu rechnen. Es werden dazu überall Verhaltensregeln ausgegeben, die man unbedingt einhalten sollte, besonders, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Wie schon geschrieben, ist es wichtig, nicht geräuschlos unterwegs zu sein, denn ein überraschter Bär ist ein erschreckter Bär und nicht zu unterschätzen. Um sich akustisch bemerkbar zu machen ohne die Umwelt damit allzusehr zu belästigen wird empfohlen, kleine Glöckchen an der Kleidung oder dem Gepäck zu befestigen. Falls es dennoch zu einer unbeabsichtigt dichten Begegnung mit einem Bären kommen sollte, wird auch von Seiten der Parkverwaltung, wie auch schon jemand hier geschrieben hat, ein Pfefferspray empfohlen.

Wenn man abseits der Autostraßen unterwegs ist, empfiehlt es sich, die Augen offen zu halten nach Spuren, die auf Bärenanwesenheit schließen lassen. Trittspuren im Boden sind leicht erkennbar, ohne daß man deswegen gleich Lederstrumpf sein muß, ebenso die bereits erwähnten Kratzspuren an den Bäumen. Wichtig auch Kotspuren, vor allem, wenn frisch. Schwarzbären ernähren sich überwiegend vegetarisch, sie machen kleinere Häufchen, die durchsetzt sind von Beeren und pflanzlichen Überresten. Die wesentlich größeren Haufen von Grizzlys duften stark nach Pfeffer und enthalten kleine Glöckchen.

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Kommentar von Akka2323
17.01.2014, 13:02

Und ich habe mich immer gewundert, woher die Glöckchen kommen in den Bärenhaufen.

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Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, kann ich natürlich nicht sagen, aber es kommt doch recht häufig vor. Im Grand Teaton Nationalpark findet man beispielsweise Kratzspuren von Bären an jedem zweiten Baum. Wir waren dort eine Woche oder fünf Tage (genau weiß ich es nicht mehr) und wir sind einem Bären begegnet. Ob es nun ein Grizzly oder ein Schwarzbär war, darüber gingen die Meinungen auseinander. Wir haben jedenfalls einen ziemlichen Schreck bekommen.

Dass das nun eine gefährliche Begegnung war, kann man aber nicht sagen. Der Bär schaute einmal über die Schulter - in ungefähr 15 Meter Entfernung - ging noch vielleicht 10 m auf dem Wanderweg vor uns her und verschwand dann im Gebüsch.

Es werden aber, weil die Begegnungen mit Bären nicht immer so glimpflich ausfallen, in jedem Nationalpark Verhaltensregeln dazu ausgegeben (sie laufen im Wesentlichen darauf hinaus, dem Bären keine blöde Fragen zu stellen) und es gibt gegen angreifende Bären eine ziemlich große Dose mit Spray zu kaufen. Wie es wirken soll, habe ich leider vergessen. Wir bekamen so ein Spray von einem Besucher, der es nicht mehr brauchte, geschenkt und haben es beim Abschluss des Besuchs weitergeschenkt.

Die Bären-Population unterscheidet sich natürlich von Park zu Park. Der Grand Teaton liegt in Wyoming, also eher in der Mitte als im Osten. In anderen Parks wurden wir nur von Waschbären belästigt, aber das meintest du ja wohl nicht.

Viele Grüße, prestofatto

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Kommentar von tauss
17.01.2014, 10:16

So, wie Du es schilderst, war es nicht gefährlich. Der Bär hat sich völlig normal und desinteressiert verhalten.

Es ist aber eben freie Wildbahn und kein Zoo, wo man "Bärengarantie" hat :)

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Zur Sicherheit um Bären zu sehen, würde ich ein Honigtöpchen zum Anlocken in den Koffer packen, denn Bären heisst es sind Süssmäuler :-0)

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