Als atheistischer Mann in Saudi-Arabien leben?

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3 Antworten

Es gibt einige Verhaltensregeln, an die du dich besser halten solltest. So solltest du am besten nicht erwähnen, dass du Atheist bist, denn dann giltst du für die Muslime als muschrik (Ungläubiger). Das bedeutet, dass du nicht zu den ahl-al-kitab (Christen, Juden) zählst und somit auch keinerlei Rechte hast. Atheisten werden nicht akzeptiert und auch nicht toleriert, während den Christen und den Juden nach Islamischen Recht der dhimma Status zugesprochen wird, was so viel bedeutet, dass sie geduldet und staatlicherseits geschützt werden. Na ja in der Praxis sieht das auch anders aus. An deiner Stelle würde ich Gespräche über die Religion vermeiden. Kritisiere auf keinen Fall den Islam, den Religionsstifter Mohammed, die Wahabiten oder das Staatsoberhaupt. Zeige am besten nicht viel nackte Haut, sondern achte darauf, dass Beine und Arme bedeckt sind. Kurze Hosen sind außerdem verboten. Ich würde ganz auf Alkohol verzichten, denn dieser ist in Saudi Arabien verboten. Bei Nichtbefolgung kann es zu Schwierigkeiten mit der Religionspolizei kommen. Ich würde auch jegliche Kontakt zum anderen Geschlecht vermeiden, auch wenn es sich dabei um eine Nicht-Muslimin handelt. Außerehelich Beziehungen werden im Land nicht akzeptiert und stehen unter Strafe. Wenn du im Restaurant etwas essen solltest, dann benutze bitte nur die rechte Hand, denn die linke gilt im Islam als unrein. Du musst dich auch mit dem Fotografieren zurückhalten, denn es gibt strenge Reglementierungen. Am besten erkundigst du dich beim Auswärtige Amt. Ich selbst war zwar leider noch nie in Saudi-Arabien, aber so kenne ich es aus meinen Reisen in andere islamische Länder. Solange du dich an die Regeln hältst, kann dir auch nichts passieren. Ich wünsche dir eine schöne Zeit!

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Jemand, der Borat als Profilbild nutzt, wird es, sicher von seinem Vorbild geleitet, gelingen mit den passenden Worten beispielsweise

  • in geselliger Runde die Vorzüge von in Bier eingelegtem Krustenbraten als jute Jabe Jottes zu loben und zu preisen;

  • den Heizwert einer brennenden Bibel gegenüber dem brennenden Koran hervorzuheben;

  • die vorbildliche Ausbildung an dänischen Karikaturzeichnerschulen zu loben.

;-)

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Hallo,

wie wohl kaum jemand hier im Forum Erfahrung mit Saudi-Arabien hat, so fehlt sie auch mir. Daher meine Verfahrensweise, die ich in anderen, strenggläubigen, islamischen Ländern praktiziert habe.

Ich würde an deiner Stelle Äusserungen zu religiösen Themen meiden und auch nicht unbedingt äussern, dass ich atheistisch eingestellt bin. Dafür haben Wahabiten, das habe ich auch ausserhalb Saudi-Arabiens gemerkt, überhaupt kein Verständnis. Als Atheist bist Du sozusagen weniger als ein "andersgläubig-Ungläubiger", weil Du die Existenz Gottes ja generell leugnest.

Zu den Gebetszeiten würde ich Abstand zu den Menschen halten, bzw. vorsichtig sein, weil Du aus Versehen jemanden stören könntest. Mit Musik etc. wäre ich generell vorsichtig, besonders zu Zeiten des Gebetsrufs. Du musst keinen Kaftan bzw. eine Galabija tragen, aber eine bedeckende Kleidung wäre wichtig. Im Wahabitismus gilt eine strenge Trennung von Mann und Frau, ich würde daher keine Frau ansprechen, auch niucht nach der Uhrzeit fragen. Es soll auch kontrolliert werden, welche Bücher eingeführt werden, da werden manchmal Dinge als unrechtmäßig bzw. pornografisch angesehen, die hierzulande völlig unauffällig sind.

LG

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