Frage von Toinette, 6

Wie gastfreundlich und entgegenkommend sind die Berliner zu Touristen?

Wie ist das als Gast in Berlin? Wird man freundlich aufgenommen in unserer Hauptstadt? Was ist zu vermeiden? Gibt es No Gos für Berlin oder in Deutschland fragte mich eine Freundin kürzlich. Ich hatte keine Ahnung, zu mir sind die Berliner immer nett gewesen. Wie seht ihr das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sannemann, 5

Ich würd sagen, 90 % der Leute, mit denen man als Tourist in Berührung kommt, sind selbst gar keine Berliner, sondern Zugezogene. Und die sind je nach Verschlissenheitsgrad im Umgang mit den Touristenmassen dann mehr oder weniger freundlich. Das Touristenaufkommen, ich sag mal, beispielsweise am Mehringdamm, ist eine echte Belastung für die Bewohner dort, die die Touristenpreise zahlen müssen, keine Parkplätze mehr finden, die ihren alten Kiez sterben sehen zugunsten von überteuerter Lifestylegastronomie. Ich bin keine Berlinerin, aber mein Partner ist ein gebürtiger Mauerberliner aus Kreuzberg, der ist Touristen gegenüber keineswegs herzlich gesonnen und man kann ihn verstehen, wenn man sich mal an seine Stelle versetzt. Ich kenne keinen Berliner Ureinwohner, der Wowereits Taktik, Berlin als Partyhauptstadt zu vermarkten, aufrichtig gut findet.

Die richtigen Urberliner sind in manchen Stadtteilen schon eine vom Aussterben bedrohte Spezies. In freier Wildbahn beispielsweise noch zu beobachten im Netto Hermannstraße im tiefsten Neukölln. Wenn man da eine Weile zwischen den Regalen herumspaziert, wird man mitbekommen, daß die auch untereinander nicht gerade zimperlich miteinander umgehen. Das liegt aber zum Teil daran, daß die Berliner Schnauze ruppiger klingt, als sie gemeint ist.

Kommentar von Blnsteglitz ,

Ich kenne keinen Berliner Ureinwohner, der Wowereits Taktik, Berlin als Partyhauptstadt zu vermarkten, aufrichtig gut findet.

Du kennst mich nicht!!!!

daß die Berliner Schnauze ruppiger klingt, als sie gemeint ist.

Danke - so ist es wirklich.

Kommentar von tauss ,

Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das Wowereits Taktik ist. Im Gegenteil betreibt Berlin zur Zeit eine ausgesprochen "partyunfreundliche" Politik, was auch leider zum Sterben von Clubs führt.

Aber auch absolute Highlights der Stadt, wie ein Campingplatz in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, werden "platt" gemacht. Dabei traf sich dort eine hochinteressante junge polyglotte Szene. Bessere Botschafter Berlins in aller Welt konnte man "preisgünstiger" kaum finden. Und darauf verzichtet man leichten Herzens. So leistet man seinem Ruf als Metropole einen Bärendienst.

Und selbst wenn ich genervte Anwohner durchaus verstehe: Ohne Tourismus und die erheblichen Einnahmen durch die Besucher hätte unsere Hauptstadt ein paar ökonomische Probleme mehr- und viele Jobs weniger.

Kommentar von Sannemann ,

Berlin ist arm, aber sexy, das waren doch Wowereits Worte. ;-)

Ich betrachte das Treiben in der Hauptstadt ja nun schon seit einigen Jahren mit dem etwas distanzierten, aber durchaus selbstbewußten Auge einer Provinzhauptstadtbewohnerin, die ihre Heimat sehr mag. Und ich stelle immer wieder fest, der "echte" Berliner, so wie ich sie alle kennengelernt habe, unterscheidet sich nicht wesentlich von uns Hannoveranern, einem Ort, von dem aus man laut Harald Schmidt den Arsch der Welt schon recht gut erkennen kann. Meine obige Antwort habe ich verfaßt, bevor ich diesen Artikel gelesen habe:

Ihttp://www.in-berlin-brandenburg.com/Berliner/typische_Berliner.html

Ist wirklich nett zu lesen und ganz humorvoll geschrieben. Ausnahmen von der Regel, wie Blnsteglitz vielleicht, mögen mir das nachsehen, wenn ich sage, ich habe die Berliner genau so kennengelernt, wie sie hier beschrieben werden.

Kommentar von Blnsteglitz ,

na - das sehe ich dir aber nicht nach.... :-(((((

Der Artikel ist ja schauderhaft ....

na gut ich will das hier nicht vertiefen- führt eh zu nix. Du hast halt deine Meinung - weiß zwar nicht wann du das letzte Mal für längere Zeit hier warst - ich glaube du würdest dich arg wundern und staunen.

Kommentar von Sannemann ,

Ich wohne teilweise in Berlin und bin ab heute wieder dort und meine Eindrücke sind ganz aktuell, zum Beispiel die Beobachtungen im Netto in der Hermannstraße waren vom vergangenen Samstag. ;-)

Ich find den Artikel übrigens gar nicht böse geschrieben, ich find nicht, daß Du Dich da angegriffen fühlen mußt.

Kommentar von Sannemann ,

Und nur, falls das dabei jetzt untergegangen sein sollte: Ich fühle mich eigentlich immer recht wohl in Berlin. Allerdings betrachte ich mich nicht als Touristin und mir ist das Touristenaufkommen auch manchmal zuviel. Wenn ich im Umkreis von 5 Kilometern keinen Parkplatz finde, wenn man den Kiez aufgrund gesperrter Straßen nicht mehr verlassen kann, weil im Sommer an jedem Wochenende eine Massenveranstaltung in Form eines Marathons, einer Demonstration, eines Karnevals der Nationen etc. etc. etc. pp. stattfindet. Wenn Horden skandinavischer Jugendlicher betrunken von Club zu Club ziehen, das Leergut überall herumfliegt, gar nicht zu reden von den noch deutlich unappetitlichere Folgen des Alkoholkonsums auf den Straßen. Das ist eine Belastung für die Anwohner der im Artikel beschriebenen "hippen" Stadtteile, und Kreuzberg gehört derzeit dazu. Per se etwas gegen Touristen zu haben wäre ja lächerlich, wenn man selbst gern reist. Aber wie in allen Fällen macht die Dosis das Gift.

Antwort
von veilchenfan, 4

Ich denke es kommt ganz stark darauf an, wo man sich als Tourist aufhält und zu welcher Jahreszeit. Klar, dass die Berliner ab und zu genervt sind von den Touristenströmen, dementsprechend wird viellecht auch der Umgangston auf die 95. gleiche Frage von Touris, mal genervter und rauher sein. Der Berliner ist ja von Natur aus schon gerade heraus, damit können auch nicht alle gut umgehen. Aber sie sind so, wie sie sind, gerade heraus und verlässlich, mit dem Herz am rechten Fleck. In München kann es einem ganz genau so passieren, dass man schräg angeschaut wird, wenn man nach dem Weg fragt. Und die Münchner Bus-Fahrer sind ja für ihre Ruppigkeit bekannt. Ich glaube, dass das auch eine Begleiterscheinung von gestressten Großstadt-Menschen sein kann. Auf dem Dorf, oder in der Kleinstadt kann es passieren, dass die Leute fast schon mit einem gehen, wenn man als Fremder nach dem Weg fragt. Mir ist das sogar in Nürnberg mal passiert. Ich fragte nach einem bestimmten Gebäude und wie ich dort hinkomme, da ging tatsächlich eine freundliche Nürnbergerin ein paar Schritte mit um mir den Weg zu zeigen. Und da sagt man den Franken nach, dass sie stur sind...

Kommentar von Nightwish80 ,

Coole Antwort. Nein die franken sind nicht stur, sondern unfreundlich. Aber die person, die dir den weg gezeigt hat, hätte ich sein können ;-)

Kommentar von lenamaria ,

franken sind unfreundlich? dann ist der papst evangelisch.

Kommentar von veilchenfan ,

Das kann ich sooo pauschal aber nicht bestätigen. Grandler gibt es überall und nette und freundliche Menschen auch in Franken:) Danke - Falls du mir den Weg gezeigt hast:)

Antwort
von tauss, 2

Warum auch nicht? Berlin ist mehr als eine Reise wert. Der Berliner Charme ist allerdings gelegentlich gewöhnungsbedürftig. Aber auch das gehört dazu :)

"No goes" gibt es nicht. Selbstverständlich empfehlen sich die üblichen Vorsichtsmassnahmen wie in jeder Grossstadt. Mir wurde kürzlich am Hbf beim Einstieg in den ICE mit einem plumpen Trick der Geldbeutel geklaut ;)

Kommentar von Blnsteglitz ,

Der Berliner Charme ist allerdings gelegentlich gewöhnungsbedürftig

;-))))))))) Wir können den gut tarnen.......

Antwort
von ManiH, 1

Berlin ist dufte, genau, sag das deiner Freundin.

Und sag ihr, dass der rüde Ton Nur Makulatur ist um das große Herz zu verbergen. Ich liebe auch bzw gerade den Berliner, weil sie eben geradeaus sind und das ist besser und ehrlicher, als freundlich ins Gesicht und hintenrum die Faust oder übele Nachrede.

Antwort
von harlequin, 1

Ich mag die Berliner. Zu uns waren sie immer offen und freundlich. Außerdem waren sie sehr hilfsbereit. Eine internationale Stadt mit Flair. Da ich nicht aus Berlin komme weiß ich nicht was ein "No Go" in Berlin sein könnte. LG

Kommentar von lisapisa ,

Ja klar, zu mir sind sie auch nett - wie nett sind sie denn zu Spaniern, Italienern oder Türken? Die kriegen den rüden Ton vielleicht gar nicht mit ;)

Kommentar von harlequin ,

Wir sind zu viert in Berlin gewesen. Eine Holländerin, (die einzige die Deutsch sprach) ein Engländer und zwei Spanier. Also eine internationale Mischung und auf diese Mischung haben die Berliner offen, freundlich und hilfsbereit reagiert. So ist es uns ergangen und mehr kann ich dazu nicht sagen. Vielleicht lag es daran das wir ihnen auch freundlich und offen begegnet sind??????? LG

Antwort
von Weiland, 1

Berliner sind doch selber alles Touristen ;)

Kommentar von Toinette ,

Muhahahahaha - spricht da ein Schwabe?

Antwort
von AnhaltER1960, 1

NoGoes: Man muss nicht jeden Stadtbezirk im Ostteil der Stadt im Dunkeln abklappern, so ab Lichtenberg und ausserhalb.

Früher war auch NoGo mit Bonner Kennzeichen in Berlin umherzufahren, die wurden etwas schärfer rangenommen als Andere. Das mag sich gelegt haben, ich war in letzter Zeit meist mit dem Zug in Berlin.

Berliner können gern mal eine gewisse Pampigkeit an den Tag legen, die in Reiseführern gerne als Berliner Schnauze verkauft wird. Das ist aber nujr in den seltensten Fällen persönlich gemeint. Und aud Englisch funktioniert es eh nicht....

Kommentar von Toinette ,

Tolle Antwort - danke!

Antwort
von bernd12,

Berliner sind herzlich aber etwas ruppig manhmal, was nicht böse gemeint ist

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