Frage von Schnute,

Welche Staatsbürgerschaft hat ein Kind, das im Flugzeug auf die Welt kommt?

Nur mal rein theoretisch: Welche Staatsbürgerschaft bekommt ein Kind, das in einem Flugzeug geboren wird? Es gibt doch Länder, wo der Geburtstort über die Staatsbürgerschaft entscheidet, war das nicht in den USA so? Wenn ich also in einer amerikanischen Maschine ein Kind bekomme, ist es dann Amerikaner? Oder über amerikanischem Staatsgebiet?

Hilfreichste Antwort von schmucki,
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Die Staatsbürgerschaft nach dem Territorialprinzip richtet sich auf Schiffen und Flugzeugen in/über exterritorialem Gebiet (und nur da) nach der Nationalität des Schiffes bzw. der Fluggesellschaft. Ansonsten nach dem überflogenen Land, sofern dieses Land den Luftraum ausdrücklich zum Hoheitsgebiet erklärt hat (dies ist meistens der Fall, in den USA ist es so). Wenn also eine deutsche Frau an Bord eines spanischen Flugzeuges ein Kind bekommt, hätte das Kind zunächst das theoretische Anrecht auf deutsche und spanische Nationalität, sofern das Flugzeug bei Geburt über dem Ozean war. Sollte das Flugzeug aber grad die USA überfliegen, hätte das Kind Anrecht auf deutsche und US-amerikanische Staatsbürgerschaft aber nicht die spanische.

Als Geburtsort ist nach internationalem Recht die Position des Schiffes / Flugzeuges einzutragen (Längen/Breitengrad).

Geburten in luftiger Höhe sind aber eher selten. Normalerweise akzeptieren Fluggesesellschaften Schwangere nach der 26. Woche nur mit ärztlichem Attest an Bord. Nach der 36. Woche dürfen Schwangere keine längeren Strecken mehr fliegen.

Wenn man auf einem Flug von DELTA Airlines ein Kind bekommt, erhält das Neugeborene lebenslange Freiflüge bei DELTA. Das lohnt sich doch... :-)

Kommentar von Schnute,

Vielen Dank, das ist ja wirklich spannend! Schweizer Staatsbürger wird man doch so schwierig, vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Nur ist das Land so klein, was für ein Ärgernis... Ein Kind in einer Maschine von DELTA über der Schweiz zur Welt bringen, logistisch nicht ganz einfach, aber gut :-)

Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Antworten!! Ich finde das hochspannend! Auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass ich im neunten Monat tatsächlich noch um die Welt reisen möchte...

Antwort von Harald,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich weiß ja nicht, was du vorhast. Aber bevor du die nächsten Wochen hochschwanger über der USA herumfliegst, möchte ich dich doch aufklären. Amerikanischer Staatsbürger wird dein Kind schon, wenn einer der Elternteile Amerikaner ist. Es gilt die Erbstaatsbürgerschaft. Du kannst also getrost in einem deutschen Krankenhaus liegen bleiben. ABER: Wenn dein Kind amerikanischer Präsident werden möchte, dann muss er auf amerikanischem Territorium geboren sein. Aber mal ganz ehrlich, wenn du das von einem -4 wöchig alten Kind erwartest, dann ist das ein bisschen viel Druck oder?

Kommentar von Seehund,

:-)!

Kommentar von Schnute,

Naja, aber man kann sich doch erkundigen, wie man den Möglichkeitsspielraum der kindlichen Karriere erweitern kann ;-) Zukunftsgerichteter wäre es da aber wohl, sich in Richtung eines asiatischen Landes zu orientieren...

Antwort von moglisreisen,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo Schnute,

ha, eine gute Frage und spontan ist meine Gegenfrage: Wieviele Babys werden denn im Flugzeug geboren, sodass man sich überhaupt mit dieser Frage beschäftigen muß? Aber es kommt tatsächlich vor (hätte ich nicht gedacht!) und dazu habe ich einen kleinen Artikel gefunden, der auch gleich deine Frage beantwortet: http://www.welt.de/vermischtes/article2960795/Baby-wird-an-Silvester-im-Flugzeug... Also, je nachdem in welchem Land die Maschine landet... :-)

Kommentar von schmucki,

Ich will dich ja nicht kritisieren, aber liest du die von dir verlinkten Artikel selber nicht durch? :-) Das Kind hat nicht die Staatsbürgerschaft des Landes, wo das Flugzeug landet. Sondern die (wie ich schon geschrieben habe), in welchem Luftraum es sich befindet zum Zeitpunkt der Geburt. Steht sogar in deinem Artikel, Auszug: "Da das Mädchen über dem Luftraum von Kanada zur Welt kam, erhält es automatisch die kanadische Staatsbürgerschaft." Gelandet ist die Maschine aber in Boston, also in den USA. :-)

Kommentar von moglisreisen,

Du Korinthenkacker, du nervst (manchmal)... Den letzten Satz wollte ich wieder rausnehmen, aber meine Korrekturzeit ist abgelaufen gewesen. Ja, so ist das manchmal im Leben, dass man die wichtigen Dinge verpaßt, WEIL ich mich zu lange darüber gefreut habe, dass es tatsächlich (sehr selten) vorkommt, dass ein Baby im Flugzeug geboren wird. Das muß ein echtes Abenteuer sein!! Die Kernantwort meiner Antwort war der erste Teil! In diesem Sinne: Gute Nacht!!

Kommentar von schmucki,

Trotzdem muss ich den Fehler doch ausbügeln... :-) Aber ich wünsche eine angenehme Nacht und wunderschöne Träume... :-)

Antwort von AnhaltER1960,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Zunächst einmal die Staatsangehörigkeit der Eltern oder (bei unbekanntem Vater) der Mutter (Abstammungsprinzip). Haben die Eltern unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, wird es bunt; da hat jedes Land eigene Regeln, ob sich die Eltern entscheiden dürfen/müssen, oder es beide Staatsangehörigkeiten gibt.

Soll ergänzend das Geburtsortsprinzip greifen, wie z.B. in den USA, so muss in diesem Land auch die Geburtsurkunde ausgestellt werden. Da wird man die Behörden nach Landung (z.B.) in den USA also davon überzeugen müssen, dass die Geburt in US-amerikanischem Hoheitsgebiet erfolgt ist, der Luftraum gehört dazu (welche Farbe der Flieger hat, ist imho wurscht).

Für outbound überlasse ich die Antwort einem Staatsrechtler. Oder hättest Du die Nerven, nach der Landung einen brüllenden Säugling durch die Grenzkontrolle zu bringen, mit drei Zeugen zum nächsten US-Konsulat zu fahren, ihm das Kind auf den Tisch zu packen, und um Ausstellung der Geburtsurkunde zu bitten ?

Antwort von Seehund,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Liebe Schnute,

was hast Du vor??? :-)

LG

Kommentar von Schnute,

Lebenslange Feiflüge bei Delta für mein Kind sicher, natürlich :-D

Kommentar von Seehund,

:-)

Antwort von Andreasberlin35,

Die Staatsbürgerschaft in Abhängigkeit des Blutes ist eine deutsche Angelegenheit. In allen anderen Ländern gilt das Territorialrecht, also: Da, wo man sich zurzeit der Geburt befindet, wird man auch Staatsbürger. Schwierig wird es, wenn man sich mitten über dem Atlantik befindet. Aber ich denke auch, dass man als Hochschwangere besser am Boden bleibt. Wer sicher gehen will, dass das Kind eine bestimmte Staatsbürgerschaft erhält, sollte vielleicht ein paar Monate vorher in das entsprechende Land fliegen.

Antwort von snowy,

Ich denke das hängt davon ab zu welchem Land die Fluggesellschaft gehört und davon ob sich das Flugzeug in der Luft befindet oder am Boden. Natürlich auch von der Staatsangehörigkeit der Mutter bzw. der Eltern. Eine interessante Frage. Ich freue mich schon auf die Antworten die hier noch kommen werden

Kommentar von heima,

Top-Frage: Ich weiss hierauf noch keine plausible Antwort; sorry. MfG

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