Frage von Mustang, 82

Welche Orte im Oman sind noch vom Tourismus verschont geblieben?

Wo kann man den Oman noch "ursprünglich" erleben? Welche Orte sind noch vom Tourismus verschont worden?

Antwort
von Roetli, 79

Das Sultanat kann man überall noch 'ursprünglich' erleben! Die Capital Area ist da vielleicht eine Ausnahme, aber selbst dort gibt es Plätze, wo es noch ziemlich ursprünglich zugeht - in Barka z.B. während der Wintermonate die freitäglichen Stierkämpfe, total unblutig, aber mehr als amüsant! Der große Beduinen-Markt, der sich donnerstags durch Sinaw zieht ist selten von Touristen besucht, da er für Gruppenreisen zu weit 'ab vom Schuss' liegt - ein tolles Erlebnis ist er allemal und kaufen könnte man von Kamelen (mit entsprechendem Futterangebot) über Stockfisch, Rouge für die Damenwelt, Datten, natürlich Henna in unterschiedlichen Qualitäten, Gemüse, Obst etc. alles, was der Mensch so brauchen könnte! Auch der kleine Markt in Bahla ist noch relativ ursprünglich, weil alle Touristengruppen sich freiitags in Nizwa versammeln! Aber selbst von denen lassen sich die Omanis in ihren althergebrachten Marktgepflogenheiten nicht stören!

Es gibt zahlreiche Dörfer, die mehr als abgeschieden sind - mit einem Geländewagen zu erreichen. Man muß sich halt weg von den üblichen Pfaden bewegen (und vor allem dort dann respektvoll auftreten!). Die Menschen sind überaus gastfreundlich, selbst in der Hütte von Bergnomade werde ich stets zum Kaffee und ein paar Datteln eingeladen! Auch in den wenigen, noch bescheidenen Beduinencamps ist es wunderbar authentisch! Ansonsten sind eine Reihe von Wadis im Al Hajjar Gebirge gut zu befahren und dort gibt es viel zu entdecken!

Für Unternehmungslustige gibt es ein paar entsprechende Tour-Vorschläge im Reiseführer 'Oman' aus dem Reise-Know-How-Verlag. Selbst Touren herauspicken bzw. zusammenstellen kann man auch mit dem (englischsprachigen) 'Offroad Oman' aus dem Explorer Verlag, Dubai!

Es ist völlig ungefährlich, auch auf abgelegeneren Pfaden unterwegs zu sein. Man muß halt bei einer evtl. Panne vielleicht längere Zeit warten, bis Hilfe kommt! Aber irgendwelche hilfsbereiten Geister kommen immer - war ich schon mehrfach als alleinreisende Frau dort sehr dankbar dafür, schon allein, wenn jemand kam, der mir die Reifenmuttern lösen konnte :-)

Antwort
von travelchris, 82

Lieber wfwbinder,

also das kann ich nicht so stehen lassen! Du verwechselt das Land höchstwahrscheinlich mit dem Nachbarland Jemen. Oman ist ein sehr, sehr sicheres Reiseland. Das sicherste auf der arabischen Halbinsel. Ich habe noch nie von Entführungen gehört und konnte auch nichts dazu finden. Nicht mal beim sonst so strengen Auswärtigen Amt.

@Mustang: Am besten du bereist das Land mit einem Mietwagen. Aber das bringt eigentlich nur etwas, wenn dieser Allrad hat. Nur so bekommst du die Erlaubnis, die richtig tollen Strecken zu fahren.

Generell kann ich dir die Sorgen nehmen: In Oman gibt es keinen Massentourismus. Kleine Ausnahme bietet der Markt in Muskat, der sehr voll ist, wenn eines der Kreuzfahrtschiffe anlegt. Die strömen alle raus, kaufen alles leer, machen einen Ausflug und sind wieder weg. Dann sagen die Touristen, sie hätten das Land "gesehen".

Am besten du machst einen Abstecher von Muskat nach Sur. Die Stadt ist toll und du kannst die Werften der traditionellen Dhaus ansehen. Die Dhaus sind symbolisch für die Omanis sehr wichtig und stark mit der Geschichte verbunden. Du findest sie sogar auf den Geldscheinen. Die Werften kannst du aus nächster Nähe sehen und sogar durchlaufen. Die Arbeiter sind sehr nett und zeigen dir alles. Stress ist hier relativ. ;-)

Nizwa ist ebenfalls nicht sehr touristisch. Der Tiermarkt ist hier interessant (einige Touristen, aber nicht zu viele) und es bietet sich an, wegen der Lage einige Ausflüge zu machen. Alles ist in Tagesausflugsweite. Zum Beispiel der Jebels Jams, ein traumhafter Aussichtspunkt mit spektakulärer Schlucht. Dann das Hochplateau Saiq (toll, toll , toll!) aber nur mit Allrad befahrbar. Die Bienenkörbe in Al Ain sind noch ein kleiner Geheimtipp und die Falaj Kanäle (Weltkulturerbe) kannst du dir ebenfalls in der Ecke sehr gut ansehen. Ach ja und die Forts in der Umgebung nicht vergessen.

Highlight ist das Wadi Bani Khalid. Hier kannst du in wunderschöner Natur baden. ;-) Allgemein solltest du die Wadis um Nizwa mal ansteuern (nur mit Allrad reinfahren!). Die haben es in sich.

Abenteuerlich ist die direkte Strecke durch die Berge zurück nach Muskat. Die solltest du fahren. Das macht Spaß und die Landschaft belohnt dich!

Die Wüste Wahiba ist nicht mein Favorit. Hier sind mir zu viele Leute und das Beduinencamp ist doch recht touristisch. Habe aber auch andere Meinungen gehört.

Dagegen ist die Rub al-Khali ("leeres Viertel") wirklich sehenswert und genau das was du suchst: Einsamkeit. Unendlich weit kannst du sehen und siehst: Nichts - außer Sand. Mit einem Allrad Wagen (du siehst, das ist wichtig! ;-)) kannst du auch reinfahren (bitte nicht ohne Guide) und einfach irgendwo zelten. Wenn du alleine bist ohne Guide empfiehlt sich eine Fahrt über die Piste nach Safar (vorher an der Tankstelle einen Zettel abgeben, mit Name, Zielort und Nummer von der Botschaft) zu den Ölanlagen. Hier hast du ebenfalls einen Wahnsinns Blick und musst nicht durch Sand fahren. Hier braucht man keinen GUide aber Vorsicht(!) fahre nicht über die Grenze nach VAE! Das ist illegale Einreise und teuer. Die Grenze ist nicht markiert, sondern dein Handy klingelt mit einer Willkommens-SMS zwei Kilometer vorher. Die Grenze ist nicht markiert.

Ich hoffe das war das wichtigste schon mal. Andere können gerne noch mal ergänzen.

liebe Grüße

Chris

Kommentar von Roetli ,

Ich glaube, hier verwelchselt keiner, sondern es ist einfach die von BILD und Konsorten vorgefertigte Meinung über DIE 'Arabische Halbinsel' - ohne sich im Einzelnen mit den unterschiedlichen Ländern dort überhaupt zu befassen!

Kommentar von travelchris ,

DH! ;-)

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