Frage von Janadi, 58

Suche kleinen charmanten Ort/Kleinstadt in Neuengland (Massachussetts, Connecticut, Maine etc)

Hallo ihr Lieben,

ich möchte im Juni/Juli eine dreiwöchige Tour mit meiner Mutter nach Neuengland machen. Unser Plan ist bis jetzt so, dass wir nach Boston fliegen, die erste Woche dort in der Nähe bleiben (eventuell Cape Cod), dann die zweite Woche nach Maine fahren (am liebsten in die Nähe vom Arcadia National Park). Von da aus wollen wir dann eventuell nach Quebec, Kanada fahren und von dort wieder zurück fliegen.

Ich selbst war schon einmal in Boston und in Concord, allerdings nur 4 Tage, was natürlich viel zu kurz war.

Da meine Mutter nicht mehr die allerjüngste ist, wäre es für sie glaube ich am schönsten, wir würden die ersten zwei Wochen jeweils in einem richtig schönen Neuengland Örtchen/Kleinstadt sein. Blos nicht zu groß sondern eher romantisch/gemütlich und am Meer gelegen. Ich habe schon von vielen Orten gelesen, allerdings überfordert mich das gerade etwas, weil es so viele kleine schöne Orte gibt. Meine Frage ist nun: wer war schonmal da und kann einen Ort mit richtigem Neuenglandcharme empfehlen?

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir hier jmd Tips geben könnte :)

Antwort
von Roetli, 58

Die Orte am Meer sind in Neuengland im Juni/Juli voll mit heimischen Touristen - die Ferienzeit für Schulen und auch Universitäten fangen Anfang Juni an und gehen bis Mitte/Ende August! Dort ist es überall voll und vor allem teuer und Ihr solltet unbedingt sofort buchen! Das gleiche gilt vor allem auch für die Cape-Cod-Halbinsel, auch die diversen (durchaus sehenswerten) Museumsdörfer sind dann voll.

Es gibt aber Unmengen hübscher Orte auch ohne Meer! Wenn es denn unbedingt 'großes Wasser' sein soll, wäre auch noch der Lake Champlain empfehlenswert. Dort wäre z.B. Burlington eine reizende kleine Universitätsstadt, die zu Ferienzeiten wahrscheinlich nicht soo überlaufen ist. Ist zwar schon in Vermont (ein Bundesstaat voller 'covered bridges'!), aber die Entfernungen in Neu-England sind ja überschaubar bzw. wäre die Fahrt dorthin 'der Weg ist das Ziel' und läge schon auf der Route nach Quebec. Falls Ihr jedoch mit dem Mietauto nach Quebec wollt, erkundigt Euch, ob das geht bzw. welche Versicherungen Ihr dafür braucht!

Auf der Fahrt hoch nach Maine gibt es auch eine Reihe sehr schöner kleiner Orte, überall an den Ortseingangen gibt es normalerweise eine Tourist-Info/State Info (manchmal nur ein Kiosk), wo man tatkräftige Hilfe bzgl. Unterbringung bekommt. Die finden manchmal auch noch kurzfristig das eine oder andere Privatzimmer oder eins in einem Bed&Breakfast. Letztere sind in aller Regel wunderschön in Neu-England, aber auch nicht ganz billig! Mit den Tourist Infos habe ich überall in Neu-England tolle Erfahrungen gemacht und kann sie nur wärmstens empfehlen!

Der Acadia NP ist besonders interessant für Hiking etc. Ich weiß nicht, ob das mit Deiner Mutter ein so wichtiges Kriterium wäre (und wäre eine lange Fahrt nach Quebec!). Ansonsten findest Du in ganz Neu-England tolle und komplett unterschiedliche Landschaften, die Fahrt bis hoch in den Norden von Maine könntet Ihr Euch da sparen. Die südliche Küste von Maine ist auch schon sehr zerklüftet und dazu gesprenkelt mit Leuchttürmen und umliegenden kleinen Dörfern. In Vermont und New Hampshire gibt es zwar keine Leuchttürme, aber dafür kleine idyllsche Orte zuhauf.

Drei Wochen ist eine gute Zeit. Auch ich bin drei Wochen, allerdings im 'Indian Summer' unterwegs gewesen - einfach ein Traum! War davon 4 Tage in Boston, weil ich unbedingt Whale Watching mitmachen wollte, habe dann einen Abstecher nach Cape Cod gemacht, bin dann durchc Rhode Island, Connecticut, Vermont und New Hampshire nach Maine bis Portland gefahren und an der Küste entlang wieder zurück nach Boston.

Ein ganz besonders schönes B&B war http://www.buckhollow.com/ in Fairfax VT, wo es das beste, täglich wechselnde Frühstück gab, das ich während dieser Reise bekommen habe! 'The Atlantic Birches Inn' in Orchard Beach ME kann ich auch sehr empfehlen, liegt aber an der Küste und könnte schon ausgebucht sein. Überall in New England gibt es auch Hinweise auf Läden, Kooperativen oder Kirchengemeinden, die wunderschöne handgearbeitete Quilts verkaufen - lohnen sich auch allein zum Schauen!

Ihr werdet eine tolle Zeit bei tollen Leuten haben, die meisten so ganz anders als man sich hierzulande 'Amerikaner' so vorstellt!

Antwort
von comundo, 48

Ich kann den Westen Massachusetts nur empfehlen. Das kleine Universitätsstädtchen Amherst oder auch ganz in der Nähe und etwas größer Northhampton sind sehr schön - sowohl landschaftlich als auch baulich. Neben den tollen "alten" College-Bauten gibt es nette Hauptstraßen mit gemütlichen Cafes, vielen Buchhandlungen und anderen netten Geschäften. Ganz in der Nähe gibt es auch eine kleinere Mall und etwas weiter weg eine sehr große. Außerdem gibt es rund herum jede Menge Farmers Markets, etc. Noch weiter im Westen gibt es dann noch Williamstown - ein sehr schöner College Ort und natürlich Stockbridge in den Berkshire Mountains (home of Norman Rockwell), das aber auch etwas überlaufen sein kann.

Antwort
von eagle27, 47

Ich kann Westport, Connecticut, sehr empfehlen. Ein typischer mittelgroßer New England Ort mit Post Road und Main Street und den altehrwürdigen New England Gebäuden und Kirchen. Westport liegt direkt am Long Island Sound mit einigen malerischen Beaches und schönen Fish Restaurants. Auch ein Segelclub mit Segelboot-Verleih ist zu finden. Natürlich auch ein Golfcourse! Und, es ist auch im Sommer (außer an Wochenenden) nicht überlaufen. Für ein paar Tage gut zur Erholung geeignet und zum Kennenlernen des american way of life. Auch für einen Abstecher nach Manhattan gut gelegen (mit 1 Std. Bahnfahrt zur Central Station NY). Habe 5 Jahre dort gelebt und sehe es also nicht direkt nur aus touristischer Sicht. Good luck!!

Antwort
von Wimelima, 42

Hallo, gleich vorweg, einen schönen Ort an der Küste kann ich Dir nicht empfehlen - wir sind vor ein paar Jahren mit dem Wohnmobil von Boston zu den Niagara-Fällen gefahren. Da ist Roetlis Tipp sicher sehr hilfreich.

Zwei Punkte aber trotzdem: Cape Cod im Sommer ist nichts, was spaß macht. Es war voll mit UNMENGEN von Menschen, selbst Parkplätze waren horrend teuer, ohne sie kommt man nirgends ans Meer, denn aller Meer/Strandzugang ist privat. Klar sind die Strände toll, aber ich würde da nie wieder im Juli hinfahren.

Die Museumsdörfer kann ich auch nur empfehlen - am Eingang kommt man sich zwar ein bisschen geneppt vor, aber wenn man drin ist, kann man ja machen, was man will. Und man bekommt wirklich einen guten Einblick in das Leben der Vergangenheit. Das ist ist in der Nähe von Boston:

https://www.osv.org/

Antwort
von Endless, 33

Hallo,

schönes Reiseziel!

Für Boston würde ich aus praktischen Gründen eine Unterkunft im Zentrum empfehlen, aber auf jeden Fall einen Ausflug nach Cape Cod machen und dort unbedingt eine Clam Chowder (dicke Muschelsuppe mit Crackern, typisch für Neuengland) in einem der vielen schönen Restaurants am Meer genießen.

Wir sind von Boston weiter über die Niagara Fälle (klar, nicht der nächste Weg, aber musste sein) nach Maine, wo wir mehrere Tage in „Bar Harbour“ blieben. Ein zwar touristisches, aber sehr nettes am Meer gelegenes Örtchen im typ. Neuengland-Stil, von wo aus man gut den herrlichen Acadia National Park erkunden kann (gibt auch schöne Routen mit dem Auto). Dort könntet ihr auch Whale Watching oder eine Bootstour auf die Cranberry Isles machen. Landschaftlich traumhaft. Wäre dann auch nicht mehr weit bis Quebec.

Und in Maine natürlich mal Lobster probieren, wer’s denn mag.

Bei uns ging’s dann über Portland zurück nach N.Y. Wir machten Whale Watching bei Kennebunkport und wurden nicht enttäuscht. Portland hat mir auch gut gefallen, ist schon eher eine „Stadt“, aber für einen Zwischenstopp zu empfehlen.

Wir waren 3 Wochen im Juni unterwegs und haben spontan an allen Stationen nette Unterkünfte gefunden. Es gibt zahlreiche, meist sehr ansprechende B&B. Aber wenn eure Route vorher feststeht, würde ich zwecks Zeitersparnis von hier aus vorbuchen.

Viel Spaß

Kommentar von Roetli ,

Liebe Endless, für Lobster und Cranberry Fields ist der Juni leider nicht die richtige Jahreszeit :-)

Kommentar von Endless ,

Liebe Roetli,

1) Lobster gibt es - mehr oder weniger - rund ums Jahr, habe ihn ja selbst im Juni in diversen Lobster Shacks dort genossen (erlaube mir zu zitieren: ".... lobsters are trapped throughout the year, so there is no “best time of the year” to order live Maine lobsters; you can enjoy them whenever you want a delicious treat.").

2) Die Cranberry Isles oder auch Islands (nicht Fields) sind der Halbinsel vorgelagerte Inseln, die einfach nur einen netten Tagesausflug bieten, unabhängig von "cranberries".

Kommentar von Roetli ,

Okay - mir wird immer von meinen Freunden in Vermont gesagt, daß es Lobster aus eigenem Fang im Sommer nicht gibt, erst ab September - aber kann sich ja geändert haben zu Gunsten des Geld verdienens :-)

Das mit den Cranberry Islands hatte ich einfach überlesen - sorry! Ich habe zu schnell an die überfluteten blutroten Felder im Herbst gedacht!

Nichts für ungut!

Kommentar von Akka2323 ,

Die Lobster haben sich unmäßig vermehrt, weil sie keine Feinde haben. Wir haben sehr schöne große Exemplare am Straßenrand in Imbissbuden für unter 10 Dollar das Stück gegessen. Einfach fantastisch!

Antwort
von Akka2323, 32

Außer Boston gibt es in ganz Neu-England nur Klein- und Kleinststädte, meist über ein riesiges Gebiet verteilt ohne ein richtiges Stadtzentrum. Sie ziehen sich kilometerlang an einer Mainstreet entlang. Es ist überall schön, aber es ist ganz anders als man es sich vorstellt. Und die Entfernungen sind viel weiter als man denkt, weil man nur langsam vorwärts kommt. Sehr schön ist Ogunquit. Der Strand dort ist endlos und fantastisch, es hat ganz gute Lokale und etwas Kultur wie ein schönes Gemäldemuseum und ein Theater. Bar Harbor ist ganz toll, wir waren dort schon mehrmals längere Zeit und konnten dort gut unterschiedliche Dinge unternehmen. Vermont und Burlington ist traumhaft. Die einzige Stadt, in der in der Fußgängerzone auch Tische draußen standen.

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