Frage von pumuckel77, 86

Rechtsverbindlichkeit von Reiseverträgen

Hallo zusammen

wir haben am Samstag eine Reise für Oktober diesen Jahres in einem Reisebüro gebucht. Dort haben wir angegeben, daß dann unser noch ungeborenes Kind mitfliegen wird. Die Dame rief beim Reiseveranstalter an und erkundigte sich dort. Die Info von dort war, dass jetzt ein fiktiver Name angegeben wird und sobald das Kind im Sommer geboren wird, eine kostenlose Namensänderung möglich ist. Wir unterschrieben den Vertrag für die Reise mit dem Hinweis der kostenlosen Namensänderung. Heute rief die Dame vom Reisebüro an und teilte mit,daß der Reiseveranstalter ihr mitgeteilt habe, dass die Namensänderung des noch ungeborenen Kindes nicht möglich sei.

Ist der Reisevertrag mit der kostenlosen Namensänderung für das Reisebüro rechtsverbindlich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von reiserolf, 72

Hi,

kurze Erklärung:

  1. Der Reisevertrag kommt zwischen Kunde und ReiseVERANSTALTER zustande
  2. Zwischen Kunde und Reisebüro kommt ein Geschäftsbesorgungsvertrag zustande der mit dem Reisevertrag nichts zu tun hat.
  3. Ein Reisevertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande.

Im konkreten Fall hat das Reisebüro vorab nachgefragt ob das mit der Namensänderung klappt. Dann wurde die Buchung im Computer angelegt wie Du sie gerne hättest (Deine Willenserklärung). Ich nehme an dass das Reisebüro dann eine Mail an den Veranstalter geschickt hat um sich schriftlich rückzuversichern ob das mit der Namensänderung so funktioniert, wie telefonisch abgemacht. Hätte der Veranstalter das o.k. gegeben (seine Willenserklärung), wäre der Vertrag zustande gekommen. Der Veranstalter hat die Buchung aber abgelehnt, sie also nicht bestätigt, und somit ist auch kein Vertrag entstanden.

Das ist jetzt natürlich nur meine Interpretation Deiner Schilderung. Aber so wäre das für mich nachvollziehbar. Sei froh dass das Reisebüro sich noch einmal rückversichert hat. Sonst hättet Ihr eventuell nach der Geburt Eures Kindes ein Problem gehabt. Jetzt wisst Ihr es wenigstens vorher.

Eigentlich hätte man Dir allerdings im Reisebüro sagen müssen, dass es sich bei der Buchung um eine Anfragebuchung handelt, die noch nicht verbindlich ist. Hast Du denn etwas unterschrieben? Und wenn ja, war das ein Computeraufdruck? Und wenn ja, was steht da oben drauf? Bestätigung oder Anfrage?

Zur Befriedigung meiner persönlichen Neugier. Um welchen Reiseveranstalter handelt es sich da?

Viele Grüße

Rolf

Kommentar von pumuckel77 ,

Ja so ungefähr war es. Die Reisekauffrau hat vorab telefonisch bei Jahn Reisen nachgefragt und die Auskunft erhalten, dass es kostenlos möglich ist. Daraufhin haben wir den Vertrag unterschrieben (es steht drauf Reiseanmeldung auf Option, Computerausdruck) bei welchem die Reisekauffrau einen erfunden Namen (ohne Geburstdatum) notierte, natürlich mit dem Hinweis, dass der Name nach der Geburt kostenlos umgeändert wird. Nach Abschluss des Vertrages hat sie wohl an den ANbieter eine Mail geschrieben, bzgl. der Namensänderung. Einen Tag später hat sie vom Anbieter die Rückmeldung bekommen, dass es wohl doch nicht kostenlos geht.

Über meiner Unterschrift steht: Diese Reiseanmeldung wird mit meiner Unterschrift verbindlich. Mit der Geltung der Reise- und Zahlungsbedingungen des Reiseveranstalters, die mir vollständig übermittelt wurden und von mir zur Kenntnis genommen wruden, bin ich einverstanden, ebenso mit den Beförderungsbedingungen der beteiligten Verkehrsträger.

Antwort
von Toinette, 53

Solche Spezialfragen werden dir auch auf finanzfrage.net recht gut beantwortet - der Ratgeber Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten zu allen Finanzfragen. die Leute dort kennen sich auch in Rechtsfragen sehr gut aus.

Antwort
von smergold, 53

ich empfehle dir einfach mal die Lektüre des "Warschauer Abkommens" bzw. des Warschauer Protokolls an das sich eigentlich alle ICAO (International Civil Aviation Organisation, eine Unterabteilung der UN) Airlines halten müssen. Interessant auch die Infos auf die Seiten von http://ra-janbartholl.de/

Antwort
von tauss, 40

Habt Ihr berücksichtigt, dass Ihr evtl. auch, je nach Zielland, einen Kinderreisepass mit dem dann richtigen Namen braucht? Insofern machte es doch Sinn, sich schon jetzt den Namen zu überlegen und korrekt anzugeben?!? Dessen ungeachtet kann ein Flug für einen Säugling wegen des Drucks schon eine erhebliche Qual bedeuten. Aber das ist Eure Entscheidung.

Kommentar von Blnsteglitz ,

sich schon jetzt den Namen zu überlegen

Hüstel- es soll Eltern geben die Überraschungen lieben und das Geschlecht des Nachwuchses erst am Tag der Geburt erfahren........

:-)))))

wegen des Drucks schon eine erhebliche Qual bedeuten

dafür gibt es aber den hohen Daumen

Kommentar von tauss ,

Na ja. Angesichts der Reiseplanungen könnte man diese "Überraschung" ja reduzieren... ;)

Kommentar von pumuckel77 ,

Einen Kinderreisepass werden wir selbstverständlich bis dahin haben. Die Geburt des Kindes ist im Juli. Die Reise im Oktober. Die Beantragung des Kinderreisepasses geht recht schnell, i.d.R. sogar sofort. So war es zumindest bei meinem ersten Kind. Und jetzt schon einen Namen, wenn noch nicht mal das Geschlecht feststeht wird schwierig. ;-)

Kommentar von tauss ,

Die hierzu passende Erfindung zur Feststellung des kleinen Unterschieds nennt man "Ultraschall". Aber jetzt viel Spass bei der weiteren Planung. Geht mich auch alles wirklich nichts an :) Euer Bier!

Kommentar von Lotusteich ,

Hallo Tauss, eine Geschlechtsbestimmung per Ultraschall ist in der Regel frühestens im 5. Monat möglich, und selbst dann gibt's keine Garantie, dass der Arzt die entscheidende Stelle tatsächlich zu sehen bekommt! Das Kind kommt im Juli... ;-) Und solange das Baby gesund ist, ist der Druckausgleich selbst für die Kleinsten normalerweise kein Problem, einfach bei Start und Landung nuckeln lassen... LG

Antwort
von Nightwish80, 28

Hallo,

Ist das schriftlich in dem Vertrag festgehalten worden wenn ja ist das meiner Meinung nach rechtsgültig, aber ich bin nicht vom fach. da wäre der Rat eines fachanwaltes für reiserecht empfehlenswert.

Antwort
von heima, 27

Ich gehe an die Frage ganz anders heran.

  1. Duden: "Land, in dem jemand geboren worden ist"

  2. Also ist es M.E. überflüssig nach einem Eintrag vor der Geburt als z.B. Deutsche (r) zu suchen

  3. Die Auskunft einer kostenlose Namensänderung ist nicht erheblich, auch wenn diese falsch gewesen wäre, mündlich sowie so nicht. Nur beiderseitige schriftliche Vereinbarungen sind verbindlich

  4. Fragt doch noch beim AA an.

  5. Das ist keine Rechtsauskunft

Kommentar von heima ,

Zu 1. Geburtsland = Land, in dem jemand geboren wurde = Staatsangehörigkeit des Kindes. Wenn dies zutrifft ist es überflüssig über (kosenlose) Vertragsauflösung zu reden. Sorry!!!

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