Frage von markus314, 54

Kasachstan Backpacking im Juni?

Hallo zusammen,

ich und ein Freund überlegen uns im Juni (eher Anfang Juni) einen zweiwöchigen Trip (backpacking) in Kasachstan zu unternehmen. Wir sind uns aber noch unsicher ob das auch eine gute Idee ist: Ob man in nur 2 Wochen eine tolle Zeit haben und was erleben kann? Ob das Land/die Distanzen nicht zu gross ist/sind? Ob man ohne russisch zurecht kommen kann? Ob das Wetter ertragbar ist? Ob man effizient von A nach B kommen kann? etc.

Wir sind ~20, männlich, haben beide bescheidene Backpacker-Erfahrungen in Asien gesammelt und wollen einen kleinen Eindruck vom Land gewinnen.

Ist das alles eine totale Schnapsidee? Kann uns jemand mit Erfahrung weiterhelfen? (das ein zwei Wochen trip keine gute Geld/Zeit Billanz aufweist ist uns schmerzlich bewusst, mehr ist leider nicht drinnen ;) )

Antwort
von tauss, 52

Ich würde nie jemandem abraten, etwas zu machen, was wenige machen;) Kasachstan kenne ich nur von wenigen kurzen beruflichen Aufenthalten. Eure Motive, dorthin zu reisen, kenne ich dagegen nicht. 

Allerdings wäre bei mir aufgrund meiner kurzen Einblicke und angesichts des knappen Zeitbudgets von nur 14 Tagen Kasachstan nicht mein bevorzugtes Reiseziel. Die touristische Infrastruktur ist nicht berauschend. Die Steppe ist zwar ökologisch sehr bedeutend aber fotografisch so interessant wie die Weizenprovinzen Kanadas. Also gar nicht. 

Und ohne Sprachkenntnisse ist es in der Tat nicht ganz einfach. Richtung Süden wird es landschaftlich interessanter, weil gebirgiger- aber da gibt es teilweise Reisewarnungen. 

Ich würde Euch eher einen anderen Vorschlag machen: Zum Beispiel der südliche Kaukasus: Irgendetwas mit  Georgien, Aserbaidschan, Armenien. Auch hier gibt es sehr exotische Gegenden (z.B. Swanetien in Georgien, was für 14 Tage allerdings auch schon wieder zu eng sein dürfte). 

Die genannten Länder sind auch keine Massenreiseziele, aber unter dem Strich einfacher zu bereisen, etwas "europäischer" und, gerade Georgien, auch für Backpacker, interessant genug. Falls da Tipps gewünscht sind, stehe ich gerne zur Verfügung. 

Kommentar von Roetli ,

Das sind sehr gute Tipps für Georgien, Aserbeidschan und Armenien - vor allem auch in Aserbeidschan gibt es landschaftlich viel zu entdecken!

Kommentar von tauss ,

Einverstanden! Allerdings wäre in der Reihenfolge dennoch Georgien vor Aserbaidschan meine Wahl.... Das Schwarze Meer ist  zudem schöner als das Kaspische... 

Kommentar von markus314 ,

Nun, ich muss zugeben, dass wir mehr an einem oberflächlichem Einblick  in Zentralasien interessiert sind als wie an einem tiefen kulturellen Verständniss eines speziellen Landes. Wir wollen vor allem auch die Bergwelt und die Natur kennenlernen und würden gerne eine Wanderung (evtl. mehrere) unternehmen. Ganz auf kulturelle Aspekte verzichten wir aber natürlich auch nicht.

Ist die Sicherheitslage im Kaukasus kein grösseres Problem? Auf der Seite des Auswertigen Amtes von Öst. wird eher davor abgeraten nach Georgien zu reisen; in Reiseberichten und Blogs wird das Land hingegen durchwegs als sicher beschrieben (abgesehen von den Konfliktregionen vieleicht).

Vielen dank für die Ratschläge und deine Zeit! =)

Kommentar von tauss ,

Gegen das Argument "Zentralasien" und möglicherweise Seidenstrasse komme ich natürlich nicht an:) 

Aber Ihr habt hier nach einer Einschätzung gefragt  und ich habe sie, aus meiner Sicht, nach bestem eigenen Wissen, geliefert. Mehr kann ich nicht tun. 

Und natürlich ist z.B. das Altai-Gebirge etc. beeindruckend. Aber 14 Tage um einen "Eindruck von Zentralasien" zu bekommen? Sorry. Dazu reicht meine Phantasie nicht wirklich aus.

Und die südlichen Gebirgsregionen in Kasachstan zu Kirgisien etc. halte wiederum ich nicht für sonderlich sicher, wenngleich sicher auch nicht für lebensgefährlich. 

Georgien ist dessen ungeachtet so sicher wie jedes vergleichbare ärmere Land dieser Erde. Und m. E. sicherer als die oben genannte Gegend. Insofern sind Reisewarnungen, jenseits des gesunden Menschenverstands, den man allerdings überall walten lassen sollte, nach meiner Erfahrung in Bezug auf die von mir und @Roetli genannten Länder absolut hysterisch und unberechtigt. 

Und Ihr werdet dort kaum in die Verlegenheit kommen, in die Krisenregionen, wie z. B. Südossetien, vorzustoßen. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass Ihr bezüglich möglicher Risiken den Südkaukasus mit dem Nordkaukasus verwechselt. 

Dessen ungeachtet habe ich Euch gerade WEGEN der Bergwelt und der Natur Georgien vorgeschlagen. Und @Roetli wohl aus ähnlichen Überlegungen heraus Aserbaidschan. In Swanetien, um noch einmal auf Georgien zurückzukommen, trefft Ihr auf Landschaften, die mit Alaska problemlos mithalten. Und am Schwarzen Meer könnte man noch relaxen. 

Die Entscheidung, "wohin", trefft aber allein Ihr. Mich braucht Ihr nicht zu überzeugen. Viel Spaß bei der Planung. 


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