Frage von travelerr, 46

Infos über Minsk?

Hallo, ich bin neu hier und hoffe, hier einige Tipps kriegen zu können.

Meine Freundin und ich sind öfter man für ein langes Wochenende oder eine ganze Woche in einigen europäischen Städten wie Rom, Madrid, London usw gewesen. Nun haben wir uns entschlossen, uns jetzt mal etwas zu "trauen" und wollten für 4 Tage oder 1 Woche nach Minsk in Weißrussland. Minsk soll relativ sicher sein. Kann mir hier Jemand etwas für Minsk sagen? Zum Beispiel. Wie teuer (oder billig) einiges so ist wie z.B, Taxifahrten vom Flughafen in die Stadt, Snacks, Eintritt für Museum o.ä oder Ubahn. Sind die Weißrussen freundlich oder eher nicht. Hat Minsk überhaupt viele interessante Sehenswürdigkeiten für Touristen?

Wäre nett, wenn Jemand, der schon mal da war, etwas sagen könnte.

Wir haben noch nix gebucht, also falls einer ein Hotel empfehlen kann, gerne :)

Freue mich über alle Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tryzub, 45

Hallo, Minsk ist auf jeden Fall eine Reise wert. Für die Hauptstadt selbst genügt ein verlängertes Wochenende, rund um Minsk herum gibt es aber auch interessante Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist sehr sicher.

Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, hatten die sowjetischen Architekten in den vierziger und fünfziger Jahren freie Bahn, um hier das größte städtebauliche Ensemble im sogenannten Zuckerbäckerstil zu errichten, was die Stadt eindrucksvoll macht, aber auch architektonisch umstrittenes wie die Zentralbibliothek. Daneben gibt es restaurierte Kirchen, interessante Wohnarchitektur und eine Reihe von Denkmälern für Ereignisse der weißrussischen Geschichte. Die Stadt ist grün mit vielen Parks, baumbestandenen Plätzen und Alleen, durch die man spazieren kann.

Snacks, Museumseintritte und Fahrten mit dem ÖPNV sind sehr günstig, die Taxifahrt vom Flughafen in die Stadt kostet ca. 30 EUR. Ein Mittagessen in einer Stolowaja (Esshalle) kostet 5-10 EUR, Eintritte ein paar EUR und Metrofahrten ein paar Cent.

Teurer sind dagegen Unterkünfte, von denen es nicht so viele gute gibt. Du kannst zwischen sowjetischem Standard und 5* - Edelluxus alles bekommen, aber zu hohen Preisen. Empfehlenswert sind die Hotels Manastyrskyj (zentral nahe der historischen Altstadt gelegen) und das Bonhotel (relativ neu, verkehrsgünstig, IBIS- Style). Daneben gibt es Anbieter von Appartments, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass deren Komfort stark schwankt und im Voraus nicht erkennbar ist. Nach langem Suchen haben wir einen zuverlässigen Anbieter mit westlichem Ausstattungskomfort gefunden, den wir unseren Kunden anbieten.

Die Weissrussen selbst sind ein freundliches, aufgeschlossenes und gastfreundliches Volk. Wenn sie Dich als verunsicherten Touristen erkennen, sind sie sehr hilfsbereit, allerdings solltest Du russisch sprechen, viele Belarussen sprechen keine westliche Fremdsprache.

Wie kommst Du hin? Ein paar Mal pro Woche gibt es Direktflüge von Belavia ab Frankfurt oder Berlin. Ansonsten fliegt Austrian Arlines recht günstig via Wien oder Ukraine International via Kiew täglich.

Wenn Du Dir Stress und Unsicherheit sparen und statt dessen entspannt nach Minsk reisen willst, dann kannst Du unser Reisepaket Minsk buchen oder es Dir nach Deinen Wünschen von uns individuell anpassen lassen. Vor Ort wirst Du individuell von unseren deutschsprachigen Reiseführern betreut . Du bekommst die ganze Minsk Reise aus einem Guss mit Erfolgsgarantie.

http://www.dreizackreisen.de/belarus-weissrussland/staedtereisen-reisebausteine/...

Antwort
von Roetli, 33

In Minsk und im etwa 10km-Radius drumherum gibt es etwa 18.000 Couchsurfer. Viele von ihnen sprechen Englisch, einige wenige auch Deutsch. Falls Ihr also CS-Mitglieder seid, habt Ihr gute Chancen, daß Euch Einheimische die Stadt zeigen. Ihr müßt ja nicht unbedingt dort übernachten, wenn Ihr das nicht möchtet. Aber Einheimische können Euch sicherlich mit Tipps für Hotels/Hostels/Privatangeboten helfen. Darüber hinaus erfährt man zusammen mit Leuten vor Ort viel über eine Stadt und ihr Umfeld, seine Ausgehspots und Restaurants.

Überlegt Euch, ob das nicht für Euch eine Alternative wäre.

Über booking.com könnt Ihr ansonsten Hotels finden und habt auch gleich die Bewertungen dazu (dort kann nur bewertet werden von Gästen, die auch wirklich dort abgestiegen sind). Da gäbe es z.B. hervorragend bewertete Angebote schon ab etwa 50€/DZ/Nacht.

Alternativen zu Minsk, was ich persönlich unter Besichtigungsgesichtspunkten nicht so reizvoll finde, wären vielleicht auch  Krankau, Budapest, Belgrad oder Sofia (!!) - alles ganz tolle Städte, alle auch sicher (auch für mich als alleinreisende Frau), alle nicht hochpreisig und mit vielem Interesssanten zum Anschauen!

In allen genannten Städten gibt es die englisch-sprachigen  "Free Walking Tours" (ausgenommen Minsk, da kosten die Walking Tours zwischen 30 und 50€/Person) - eine hervorragende Empfehlung, um sich in kleinen Gruppen von sehr engagierten guides beiderlei Geschlechts die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigen zu lassen!

Zu 'trauen' ist da nirgendwo etwas, man sollte nur eine gehörige Portion Neugier mitbringen! Viel Spaß im "Ostblock" - es warten viele freundliche Menschen auf Euch!


Antwort
von tauss, 27

Sicherheitsprobleme wirst Du mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen, auf die man überall in Grosstädten achtet, keine haben. Minsk lässt sich nebst Umland schon mal entdecken. Die Leute sind sehr nett, wenn man Kontkt hat sehr gastfreundlich, aber nur jüngere Leute sprechen etwas Englisch. Minsk ist natürlich auch Unistadt. 

In der "letzten Diktatur" Europas geht aber manches doch noch sehr postsowjetisch zu. Mehr als im heutigen Russland.... Insofern ist eine Reise dort hin schon was "Anderes". Allerdings hat auch hier sich vieles in den letzten 20 Jahren gastronomisch etc. durchaus positiv entwickelt. 

Ich würde am intern. Flughafen, doch relativ weit draußen, ein Auto mieten, (Avis ist vertreten) um flexibel zu sein. Dann könnte ich Euch auch das mit dem Auto gut erreichbare Hotel IBB (intern. Begegnungszentrum "Johannes Rau") empfehlen. Dort übernachte ich immer, wenn ich (beruflich) in Minsk bin. 

Das ist eine dtsch.-belarussische Tagungsstätte mit ordentlichem Preis/Leistungsverhältnis und einer (in der Regel) deutschsprachig besetzten Rezeption.

Das Theater hat einen guten Ruf, gastiert aber oft auswärts. 

Wenn Ihr den Osten aber noch gar nicht kennt würde ich dessen ungeachtet als "Einstieg" aber eher St.Petersburg oder Tallinn oder Riga empfehlen.  Viel Spaß bei der Planung. Auch Polen (Krakau, Danzig!) ist ne Städtereise wert. 

Antwort
von travelerr, 27

Ich danke erstmal für die guten Antworten. Ich habe heute erst mal so online aus Neugierde einige Hotels in Minsk angeschaut und war doch negativ überrascht, dass Hotels schon einigermaßen teuer sind. Ich bin eigentlich der Meinung, dass Weißrussland kein typisches touristisches Land ist und daher die Nachfrage und somit auch der Preis weit niedriger wären, als sie sind. Naja, aber am Preis soll es ja nicht scheitern. Wir werden nur max. 1 Woche dort bleiben und kein ganzes Jahr. Das kann man sich mal leisten :)

Vielleicht könnt ihr mir auf folgende 3 spezifische Fragen noch was antworten? Wäre sehr nett :)

Wie sieht es mit Kreditkarten oder EC-Karten in Weißrussland aus? Kann man da locker mit am Automaten Bargeld ziehen? Oder sollte man vorher Geld am Flughafen tauschen?

Gibt es "viele" junge Leute, die deutsch sprechen? Ich habe gehört, dass deutsch an Schulen unterrichtet wird und Studenten häufig, wenn auch wenig, deutsch sprechen. Besteht die Möglichkeit, hin und wieder mal deutschsprachige Personen zu treffen?

Ich habe gelesen, dass Minsk nur 2 Ubahn-Linien hat. Da Minsk flächenmäßig schon sehr groß ist, frage ich mich, ob mit den beiden Linien die gesamte Stadt abgedeckt ist. Oder nicht?

Vielen Dank und beste Grüße :)

Kommentar von tryzub ,

Bargeld gibt es an jedem Bankautomaten mit deutschen Bankkarten abzuheben. Das bietet sich auch an, da die Währung recht aufgebläht und damit nur schwer im Portemonnaie zu befördern ist. In vielen Geschäften und Restaurants kann man auch mit EC- Karte bezahlen.
Man kann deutschsprachige Studenten in Minsk antreffen, jedoch sind deren Kenntnisse wirklich nicht besonders gut. Wer gute Deutschkenntnisse hat, versucht damit in Deutschland eine neue Existenz aufzubauen, d.h. die richtig Guten verlassen in der Regel das Land.
Du hast recht, die beiden Metrolinien decken das Stadtgebiet nicht ausreichend ab, dafür wird eine dritte Linie derzeit gebaut und eine vierte geplant. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt kannst Du aber dennoch problemlos entdecken.
Die Sache mit den Hotels hat einen anderen Hintergrund, der in touristisch wenig entwickelten Ländern zum Tragen kommt und das ist die fehlende Konkurrenz. Je weniger Hotels am Ort stehen, desto weniger Möglichkeiten hat der Reisende, eine Auswahl zu treffen, umso leichter kriegen die Hotels ihre Zimmer voll. Das führt zu höheren Preisen. Dazu kommt, dass Hotel- Investoren in Osteuropa in der Regel die Hotels nicht unbedingt bauen lassen, um damit Geld zu verdienen, sondern als Betongold und Statussymbol. Die brauchen dann nicht unbedingt volle Hotels sondern eher "weniger Stress". Wer also die hohen Preise bezahlt, kann kommen, der anstrengende preis- und qualitätsbewußte Kunde ist dann nicht unbedingt willkommen. Hört sich hart an, ist aber so.

Antwort
von aitutaki, 21

Hallo Travellerr,nun ja Minsk.Ein touristischer Hochgenuss ist die Stadt aus meiner Sicht nicht.Minsk wurde im 2.Weltkrieg zerstört und wie viele andere Großstädte der ehemaligen Sowjetunion in typischen Stalinzeit-Baustil wieder aufgebaut,lange schmucklose Wohnblöcke und ebensolche Bauten für Kultur,Verwaltung und Verkehr "schmücken" die Stadt und prägen sie.In den letzten Jahren sind mit viel Aufwand Kirchenbauten saniert worden,die sind allerdings sehenswert.Im Gegensatz zu den Bauten der Stadt  und den oft überhöhten Hotelpreisen (hier würde ich unbedingt den Rat von Roetli befolgen) sind die sehr gastfreundlichen und netten Menschen der eigentliche Knüller von Minsk.Hier gibt es noch echte Gastfreundschaft,allerdings ist  die russische Sprache schon förderlich auch hinsichtlich der Orientierung denn oftmals sind Hinweisschilder nur in kyrillischer Schrift.

Trotzdem ich bewundere den Mut sich für diese Stadt zu interessieren,viel Spaß Dietrich aus Halle/Saale

 

 

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