Frage von Uli66, 55

Höhere Reisekosten bei Nichtantritt einer Reise durch Mitreisende

Hallo Community, ich habe im November 2013 eine Pauschalreise in die Türkei gebucht. Es sollten 5 Personen teilnehmen, meine beiden Kinder, ich sowie meine Freundin mit ihrem Sohn. Nun musste meine Freundin wegen schwerer Erkrankung ihres Vaters von der Reise zurücktreten. Dies geschah allerdings erst am Abreisetag. Wir konnten den Reiseveranstalter also nicht vorher darüber in Kenntnis setzen. Meine Freundin und Sohn sind einfach nicht zum Flug erschienen, das Hotel hatte ebenso keine Kenntnis von ihrem Nichterscheinen. Wir haben also genau die Zimmer bekommen, die auch vorher gebucht wurden. Einmal Vierbettzimmer und ein Einzelzimmer. Zweimal gab es Ermäßigung wegen der Kinder. Reiseveranstalter verlangt 90% Stornokosten für die Nichterschienen. Das ist auch übereinstimmend mit den AGB und soweit ok. Der Reiseveranstalter verlangt nun allerdings für meine Kinder und mich einen anderen Reisepreis, einmal Doppelzimmer ohne Kinderermäßigung und einmal Einzelzimmer. Dies führt zu einer Mehrbelastung von gut 140 Euro. Meine Frage. Darf der Reiseveranstalter nun höherer Kosten verlangen. Der Veranstalter kann ja nur Geld eingespart haben, aber doch keine Zusatzkosten. Wie seht ihr das? LG Lars

Antwort
von travelchris, 39

Hallo Uli66,

dieser Forderung würde ich nicht nachkommen. Die Stornokosten für die beiden mögen in Ordnung sein. Ich finde es gut, dass sie noch 10 % zurückerhalten. Ich sehe in dieser Klausel auch weder eine illegitime noch eine überraschende Klausel.

Was euch angeht, kann der Vertragsbestandteil nicht einfach erweitert werden. Das geht wirklich nicht. Selbst, wenn eure Zimmer nicht verfügbar sind und ihr bessere bekommen hättet, wäre das ein sogenanntes "Upgrade" und keine Extrabuchung.

Ich würde den Brief beantworten und die Forderung schriftlich ablehnen. Einklagen werden die das nicht. Das wäre ein sicherer Verlust. Vielleicht schicken sie aber auch noch ein paar Mahnungen, die du ebenfalls mit einer Ablehnung quittierst.

liebe Grüße

Chris

PS: Oft wird der Trick verwendet, dass 3 Mahnungen geschickt werden. Die meisten bezahlen dann einfach, weil sie Angst haben. Bezahlt man dann immer noch nicht, behaupten sie, dass ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wird. Wartet man dann immer noch kommt i.d.R. nichts mehr.

PPS: Ich bin kein Jurist, sondern verfüge nur über Grundwissen in Jura. Dies ist keine Rechtsberatung.

Antwort
von hauseltr, 40

Diese Forderung ist nach meiner Meinung sittenwidrig! Dem Veranstalter ist kein Schaden erwachsen!

Kommentar von heima ,

Was ist denn "sittenwidrig" lt. BGB? Was ist mit dem entgangenen Gewinn? MfG

Kommentar von hauseltr ,

Was für ein Gewinn ist da bei 90 % Stornokosten entgangen?

Allein die durch den Ausfall entstandenen Ansprüche auf erstattungsfähige Steuern und Flughafengebühren dürften dem Reiseveranstalter schon einen weiteren Gewinn sichern. Für die ausgefallende Person entstehen kein Kosten für Verpflegung usw.

Kommentar von heima ,

Was ist denn, wenn die Plätze im Flieger (für die gebuchten, aber nicht mitfliegenden Gäste) freigeblieben sind. Fraglich ist noch ..wegen der schweren Erkrankung ihres Vaters; war's denn ein plötzlich aufgetretener Herzinfarkt der es nicht mehr möglich machte sofort den Reiseveranstalter telefonisch zu informieren? MfG

Kommentar von hauseltr ,

Die Flüge sind doch bezahlt! Solche Flüge werden z.T. noch als Standby verkauft. Auch die Rückflüge sind wieder frei!

Kommentar von hauseltr ,

Was ist denn "sittenwidrig" lt. BGB?

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html

Kommentar von Roetli ,

Es geht doch hier nur um das Hotelzimmer - von Regreßansprüchen der Airline ist keine Rede!

Kommentar von hauseltr ,

Es geht um eine Pauschalreise! Sind da keine Flugkosten enthalten?

Die Zimmerpreise werden dabei nie einzeln ausgewiesen, sondern als Gesamtpaket incl. Flug, Transfer, Zimmer und Verpflegung.

Der Reiseveranstalter hat praktisch eine Umbuchung vorgenommen!

Antwort
von heima, 33

Hallo!

Reise im Nov.2013 gebucht; jetzt erst Probleme? Wann war denn die Reise? Wann kam denn die Aufforderung zur Zahlung der Mehrbelastung (Ja, was ist denn das?). Wie und wann hast du schriftlich widersprochen.? Der Reiseveranstalter/ Vermieter kann nur Kosten berechnen die ihm entstanden sind -gem. AGB-, ev. auch Gewinnausfall. Frage doch bei einer Verbraucherberatung nach.

Merke: Reiseversicherung und Rechtsschutzversicherung abschließen, oder Reisen per Creditcard mit incl. Reiseversicherung abschließen und bezahlen.

MfG

Kommentar von Uli66 ,

Hallo Heima,

Reise wurde im Nov. 2013 gebucht, aber erst im April 2014 durchgeführt. Die Reiserücktrittversicherung meiner Freundin hat wegen der Erkrankung des Vaters auch gezahlt, es bleiben aber die Mehrforderungen des Veranstalters. Die Aufforderung zur Nachzahlung lag nach Rückkehr von der Reise im Briefkasten. Bei Reiseantritt wusste der Veranstalter noch nicht, dass zwei Mitreisende die Reise nicht antreten können. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, in welchem Bereich dem Veranstalter hier Gewinn entgangen oder zusätzliche Kosten entstanden sind, die zu einer nachträglichen Mehrbelastung führen.

Viele Grüße Uli

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