Frage von Seba3, 107

Autofahren in Italien

Wir werden im Sommer eine Rundreise in der Toskana machen und dabei selbst mit dem Auto fahren. Gibt es etwas, auf das man besonders Aufpassen muss wie zB spezielle Verkehrsregeln oder das generelle Fahrverhalten der Italiener? ;)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AnhaltER1960, 101

Man fährt rechts. Meistens.

Stärker als in anderen Ländern sehen die Verkehrsteilnehmer den Empfehlungscharakter von Verkehrsschildern und Fahrbahnmarkierungen. So gibt es an jedem Ortseingangsschild ein Verkehrszeichen, das ein Hupverbot gibt.

Pochen Sie nicht stur auf Ihre Rechte. Andere tuns auch nicht. Es herrscht eine eher leben-und-leben-lassen-Atmosphäre.

Seit die Italiener dank Euro richtige Autos kaufen können, tun sie das auch. Und prinzipiell in grösstmöglicher Motorisierung, egal ob Q 7, E-Klasse, 5-er BMW oder Lancia. Die wuseln nicht mehr so wie einst die Cinquecentos, sondern sind, zack, vorbei.

Strassen sind allgemein in einem guten Zustand. Es gibt abseits der Autobahn zwei Arten von Streckenführungen. Variante alt nimmt jedes Tal und jede Bergkuppe mit, kreuzt Bäche/Flüsse auf kürzestmöglichem Weg und vermeidet Ingenieurbauten. Variante neu war ein planerischer Strich auf der Karte, der ohne Rücksicht auf Kosten 1:1 in die Natur übersetzt wurde, unter maximalem Einsatz von Brücken und Tunneln. Achtung, beide Varianten gehen ansatzlos ineinander über.

Autobahnen sind mautpflichtig, das kostet fast so viel wie Sprit. Wer etwas Zeit mitbringt, kann auch grössere Distanzen auf Landstrassen fahren und sieht viel mehr von Land und Leuten. Viel langsamer ist man nicht, wenn man die nachmittägliche Berufsverkehrszeit ca. zwischen vier und sechs meidet.

Kommentar von roland1949 ,

Auch ohne den Euro konnten die Italiener schon die sogenannten "richtigen" Autos kaufen. Aufgrund der wirtschftlichen Situation in Bella Italia ist allerdings eher ein rückläufiger Trend feststellbar.

Kommentar von Roetli ,

Das mit der Maut stimmt nicht ganz - 50€ von Sterzing bis zum Ende der mautpflichtigen Autobahn in Salerno gegenüber Sprit für diese etwa 1000km ist etwa die Hälfte :-)

Kommentar von AnhaltER1960 ,

Kann es sein, dass die Maut je nach Strecke unterschiedlich hoch ist und/oder degressiv mit der Entfernung (pro km) abnimmt ? Ich bin in den letzten Jahren immer nur kürzere Stücken in der Lombardei/ Piemont/ Ligurien/ Toskana gefahren, da lagen die Preise deutlich über den 5 cent/km, die Du für Salerno-Brenner aufrufst.

Kommentar von Roetli ,

Ja, das ist so - im Norden sind die teuersten Teilstücke und wenn man die Autobahn 2-3x verläßt auf der von mir angegebenen Strecke, kann die Maut auch bis zu 70€ steigen

Antwort
von roland1949, 86

Das Fahren auf Autobahnen in Italien ist nach meiner Einschätzung weniger stressig als in Deutschland. Dies gilt insbesondere auf den Strecken, wo der Tutor (Kontrolle der Durchschnittsgeschwindigkeit) im Einsatz ist (zB. von Mailand nach Bologna). Hier sind die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den einzelnen Fahrzeugen einfach nicht so groß (es taucht kein schnelles Fahrzeug mit 200 km/h wie aus dem Nichts auf) und der Verkehrsfluss ist damit auch sehr viel gleichmäßiger.

Antwort
von Sannemann, 71

Also ich habe vor allem in Erinnerung, daß überall massenhaft Rollerfahrer unterwegs waren, und die sind gefahren wie gesengte weibliche Nutztiere, aber das tun sie hier in Deutschland auch meistens.

Es kommt darauf an, was Ihr für ein Auto habt, mit einem breiteren Fahrzeug könntet Ihr in manchem kleinen Dorf ein Platzproblem in engen Gassen bekommen, ich würde mich mit einem breiten SUV in keine italienische Altstadt hineinwagen, aus Angst, ich müßte an irgendeinem Engpaß die gewundene Gasse womöglich rückwärts wieder zurückfahren.

Ernst nehmen sollte man auch dieses neue M+S-Reifen-Gesetz, das könnte Euch auch betreffen, wenn Ihr einen Geländewagen habt, weil die verbotenen Reifen manchmal sogar die Serienreifen für den jeweiligen Wagen sind. Die Geldbußen bei Nichtbeachtung sind abzockermäßig immens hoch. Link wo alles erklärt ist hier:

http://www.4wheelfun.de/news/offroad-reifen-verbot-in-italien-vorsicht-falle-dra...

Antwort
von FernwehFeh, 60

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Italien beim Autofahren sehr viel weniger auf die Verkehrsregeln geachtet wird, jeder fährt einfach wie es passt (bin schon in Mailand, Neapel, Rom und auch im Umland dieser Städte auf Landwegen gefahren). In den Städten ist das natürlich merkbarer als auf den Landwegen oder auf der Autobahn. Mein Tipp wäre sich nicht darauf zu verlassen, dass die Mitfahrer die Verkehrsregel einhalten und nicht "auf sein Recht zu pochen", sondern sehr wachsam zu sein und sich so weit es geht anzupassen.

Antwort
von NutellaJunkie, 49

Gewöhn Dir, wenn Du unbedingt mit dem Wagen durch Italien musst, gleich das Hupen an. Derjenige der als erstes an der Spitze einer roten Ampel hupt, darf bei den tausenden Fahrbahverengungen als erster fahren. Quasi das Recht des schnelleren/stärkeren. Ich werde das auf Teufel-komm-raus nicht wagen, denn mein Auto hätte schneller Beulen und Kratzer als ich gucken könnte. Und irgendjemand hat hier geschrieben, das sich die fahrweise der Italiener nicht von der der Deutschen unterscheidet... DANN warst Du noch NIE in Italien.

Kommentar von RomyO ,

Ich war schon oft in Italien - sowohl im Süden als auch im Norden - und kenne das von Dir beschriebene Fahrverhalten nicht. Auch das Hupen hat in den letzten Jahren stark nachgelassen.

Kommentar von Roetli ,

@Nutellajunkie: Du warst offenbar schon sehr lange nicht mehr in Italien!

Antwort
von Tropentier, 48

Ich war schon oft in Italien, aber seit einigen Jahren nicht mehr mit dem Auto.
So wie ich es erlebe sind die Italiener tolerant, aber eben auch mit sich selber: Typischer Satz, wenn du dich nach dem Weg erkundigst: "Zuerst nach links, dann grad aus bis du rechts einen aufgeschnittenen Zaun mit einem Fahrverbot siehst. Dort musst du durch und schon bist du auf der Autobahn."
Das ist keine Erfindung von mir. Es tönt nur lustig. Ich hab solche Dinge schon oft erlebt. Du musst damit leben können und halt selber entsprechend wachsamer aufpassen. Dann geht's dir gut.

Antwort
von Seehund, 48

Hallo,

RomyO hat schon recht. Ich würde allerdings in der Toskana auch die (historischen) Zentren kleiner Städte, von größeren mal ganz abgesehen, völlig meiden und mein Auto vor der Stadt abstellen. Viele Zentren sind so eng, dass man selbst mit einem Smart um das Rangieren nicht herum kommt. Also spart euch den Stress lieber, besser eine halbe Stunde zu Fuß laufen, als das. Historische Altstädte sind ohnehin häufig nur durch Anwohner befahrbar.

LG

Antwort
von swede, 50

Meine Erfahrung auf Sardinien war, dass es den Autofahrern hinter mir nie gepasst hat, dass ich mich an die Geschwindigkeitsregeln gehalten habe... 50 Schild in der Baustelle. Ich fahr 60. Hinter mir ne lange Schlange und alle kleben an der Stoßstange, bei Platz alle vorbeigezogen....

Kommentar von Roetli ,

Na ja, wenn ich da an deutsche Autofahrer an Bastellen denke - so viel Unterschied ist da nicht (außer, daß bei uns 80 km/h ist und mit 100 km/h oder mehr vorbei gezogen wird...)

Antwort
von RomyO, 48

Hallo,

das Autofahren unterscheidet sich nur unwesentlich von deutschen Gepflogenheiten:

http://www.reise-nach-italien.de/auto-italien.html

Dafür ist es allerdings teurer ....

Kommentar von roland1949 ,

guter Link

Kommentar von Roetli ,

Hallo Romy, genau so sehe ich das auch! Da die Italiener, wie immer sie auch fahren mögen, auch alle anderen Fahrzeuge meist im Blick haben, finde ich es manchmal sogar angenehmer als hier in D, wo das die wenigsten können...

Antwort
von heima, 42

Hallo!

Nimm einen vollversicherten Leihwagen und fahre wie die Italiener. MfG

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