Frage von beachboy, 652

Altstadt von Gallipoli im italienischen Apulien?

Möchte auf einem Tagesausflug die Altstadt von Gallipoli erkunden. Ist das eine gute Idee bzw. was erwartet mich dort genau?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Alfaromeo007, 652

Hallo

Ich fahre im Sommer immer wieder gerne für einen Halbtages- bzw. Tagesausflug nach Gallipoli. Altstadt finde ich richtig hübsch und gemütlich. In der Hauptgasse findest du neben den obligaten Kirchen und Kapellen viele verschiedene Lädelchen, welche nicht nur den Einheitssouvenirplunder anbieten, sondern auch echte regionale Spezialitäten und Handwerkerzeugnisse. Auch die paar Verkaufsräume von einheimischen Künstlern besuchen wir immer wieder gerne.

Am besten fahrt ihr an einem Mittwoch morgen früh nach Gallipoli. So könnt Ihr zuerst den grossen Markt in der Neustadt besuchen (am besten parkt ihr dort in der Nähe) und danach dem Treiben auf Fischmarkt am Fusse der Altstadt zusehen (ein grosser Parkplatz befindet sich gleich daneben). Spätestens dann ist die Zeit für einen Café oder mehr gekommen. Am besten im Café Duomo im Schatten des Doms mitten in der Altstadt. Dort gibt es auch kleine, selbsgemachte Snacks. Danach einfach durch die Altstadt schlendern und das quirlige Leben in Gallipoli geniessen. Da die Altstadt sehr klein ist, kann man einfach mal drauflos spazieren! Dabei müsst ihr unbedingt die städtische Bibliothek besuchen (an der Hauptgasse), welche einfach herrlich ist.

Falls Ihr Lust zum Baden habt, kein Problem, in der Altstadt gibt es einen kleinen "Stadtstrand".

Viel Spass in Gallipoli!

Antwort
von heima, 462

Teil-Zitat aus der SZ:

Es gibt im historischen Stadtkern kaum Restaurants oder Souvenirshops. Stattdessen Tante-Emma-Läden und kleine Handwerksbetriebe. Am lautesten geht es in einer Bar hinter dem Porto Vecchio zu, dem alten Fischerhafen, die gleichzeitig als Lottobüro dient. Der Weg dorthin führt an einer staufischen Festungsruine vorbei, an Barockpalästen mit matt schimmernden Fassadenreliefs. Am Kai dümpeln Fischerboote, es riecht nach Salz und Tang, magere Katzen umkreisen übervolle Mülleimer. Unter Sonnensegeln dösen die Bootsbesitzer, einige haben vor sich Tischchen mit Naturschwämmen zum Verkauf aufgestellt, die Nachfrage hält sich in Grenzen. Andere hocken in Gruppen auf niederen Holzschemeln und reparieren die Netze. Das geschieht blitzschnell mit Hilfe einer Plastiknadel, wie Kilometerwürste türmen sich im Rücken der Männer die aufgerollten Nylongewebe übereinander. "Wir machen das nur, um in Übung zu bleiben", brummt der Wortführer, ein Kerl, dessen Kugelbauch unter einem fleckigen Unterhemd hervorquillt, zwischen seinen Lippen steckt eine Zigarette. "Wir fangen nichts mehr, überhaupt nichts. Das Ionische Meer ist leer! Und jenen Rest, der in unseren Netzen hängen bleibt, schnappen die Delphine weg." Die Politiker müssten helfen, aber was wolle man von denen erwarten, es seien alles Diebe, sagt der Mann, "Ladroni". Seinen Namen möchte er lieber nicht nennen: "Hier regiert die Mafia." Manches scheint in Gallipoli nicht optimal zu laufen. Am Lungomare stehen Kapellen, sie haben schon bessere Zeiten gesehen. Warum es so viele sind, erklärt Giancarlo Fuschi: "Unsere Stadt ist durch den Handel mit Olivenöl reich geworden." Jahrhundertelang bildete Gallipoli den wichtigsten Umschlaghafen für das als Lichtquelle in Lampen verwendete Öl. Handelsgesellschaften aus ganz Europa hatten hier Niederlassungen, davon profitierten adelige Grundbesitzer, aber auch die Hafenarbeiter, Fassbinder und Ölmüller, die sich seit dem 18. Jahrhundert in Bruderschaften organisierten. Na dann gute Reise!

Wir waren im Sommer dort, es war heiß, aber so trostlos -wie oben beschrieben-ist es wirklich nicht!!

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